Allgemeine Kompetenzen

Die Lernziele der Weiterbildung Körperzentrierte Psychotherapie IKP sind darauf ausgerichtet, den Studierenden die nötigen Ressourcen zu vermitteln um kompetente Persönlichkeiten ihres Fachs werden.

Über welche Kompetenzen verfügen diplomierte Körperzentrierte Psychotherapeut/Innen IKP?
Die Studierenden der Weiterbildung Körperzentrierte Psychotherapie IKP sind zeitgemäss und wissenschaftlich fundiert ausgebildet. Sie kennen die philosophischen, psychologischen und wissenschaftlichen Einflüsse auf die KZPT IKP und sind mit ihren spezifischen Grundkonzepten vertraut. Sie erkennen psychische Störungen und können entsprechende Therapiekonzepte erstellen und davon relevante Interventionen ableiten. Sie leben die therapeutische Haltung der KZPT IKP und sind dadurch im Stande, besonnen, verantwortungsvoll und professionell therapeutische Prozesse nach berufsethischen Richtlinien zu begleiten, sowie die eigene Haltung und das Verhalten zu reflektieren und wenn nötig weitere Fachpersonen beizuziehen.
Nach Beendigung der Weiterbildung Körperzentrierte Psychotherapie IKP sind die Studierenden dazu befähigt, hilfesuchende Menschen körperzentriert, prozessorientiert, multidimensional, erlebnis-, bedürfnis- und ressourcenorientiert zu begleiten.


Überblick über die Inhalte

Die Weiterbildung «Körperzentrierte Psychotherapie IKP» ist so konzipiert, dass Theorievermittlung und Selbsterfahrung in jedem Weiterbildungsblock, bzw. Seminar miteinander verbunden werden, damit die Studierenden ihre Kompetenzen prozessorientiert entwickeln können.


Block 1 bis Block 16:

1 Kickoff

  • Gegenseitiges kennenlernen
  • Organisatorische Inhalte der Weiterbildung
  • Die drei Zonen der Wahrnehmung

2 Grundkonzepte 1

  • Geschichtliche und thematische Einbettung der KZPT IKP
  • Das Anthropologische Würfelmodell
  • Die vier funktionalen Ebenen/ das integrierende psychische System
  • Dimensionendiagramm, Saluto- und Pathogramm

3 Körperliche Wahrnehmungsfähigkeit

  • Der Körper und die Wahrnehmung
  • Emotionale Prozesse auslösen mittels «Sensory Awarness», Somatografie und Intrakorporellen Dialog
  • Phänomenologie
  • 15 körperliche Erfahrungs-Übungsgruppen: Indikation, bzw. Kontraindikation bei verschiedenen Störungsbildern

4 Grundkonzepte 2

  • Ressourcenorientierte Haltung, Gesundheits- und Krankheitsverständnis der KZPT IKP
  • IKP-Energieprinzipien
  • Shiften als aktive Ressourcentechnik
  • Das Bedürfniskonzept

5 Entspannung und Imagination

  • Bewusstseinszustände, verschiedene Entspannungs- und Imaginationsverfahren
  • Neurobiologische Zusammenhänge von Vorstellung, Hirn und Gefühl und das Potential von Entspannung und Imagination
  • Verantwortung, Indikation und Kontraindikation der Imagination

6 Erstgespräch/Sitzungsverlauf/Ethikrichtlinien

  • Therapeutische Haltung nach Rogers
  • Erstgespräch, Sitzungsphasen und -verlauf
  • Gesprächsinterventionen
  • Berufsethische Fragen

7 Abwehrmechanismen und Widerstand

  • Entstehung und Funktion von Abwehrmechanismen und Widerstand
  • Übertragungen und Gegenübertragungen kennen und nutzen im therapeutischen Verlauf
  • Psychoanalytische Abwehrmechanismen des Ichs
  • Kontakt und Kontaktstörung, Gestaltabwehrmechanismen verstehen, reflektieren, therapeutisch begleiten

8 Aggression und Depression

  • Aggression und Depression – zwei Kehrseiten derselben Medaille
  • Klassische Aggressionstheorien und Lernpsychologische Theorien
  • Dynamik von Aggression bzw. Depression und dazu körperbezogene Interventionsmethoden
  • Ganzheitsdiagnose und Therapie von Depression

9 Spiritualität

  • Spiritualität, Religion, Religiosität
  • Philosophische und spirituelle Einflüsse auf die heutige KZPT IKP, die fünf spirituellen Axiome in der Psychotherapie
  • Meditation und Achtsamkeit

10 Standortbestimmung

  • Standortbestimmung in der Therapie
  • Reflexion über persönliche Entwicklung und Kompetenzen im ersten Weiterbildungsjahr
  • Feedback und Feedbackregeln

11 Nähe-Distanz

  • Bedürfnis nach Nähe und Distanz
  • Entwicklungsstufen in Bezug auf Bindung und späteres Bindungsverhalten
  • Kontaktschema, Bindungs- und Verlustängste
  • Umgang mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung, bzw. Borderline-Persönlichkeitsstörung

12 Regression

  • Regression: Indikation und Kontraindikation im therapeutischen Prozess
  • Modell der therapeutischen Tiefung
  • IKP-Recall-Change-Methode und andere «innere Kind»-Arbeiten
  • Positive Eltern-Botschaften und deren Auswirkung auf Körper und Geist

13/14 System Familie

  • Primärfamilie als frühestes Lernumfeld hinsichtlich Selbstkonzept, persönlicher Überzeugungen und eigenes Verhalten
  • Lernen durch Verstärkung
  • Biografiearbeit
  • Systemtheorie und therapeutische Techniken in der Familientherapie

15 Strukturmodell/Selbstkonzept/Glaubenssätze

  • Struktur- und Instanzenmodell nach Freud
  • Selbstkonzept nach Rogers
  • Glaubenssätze
  • Zwangsstörungen und Abhängigkeits- Störungen diagnostizieren und begleiten

16 Tabuthemen und Sexualität

  • Funktion von Tabus und Werten
  • Meine Welt
  • Sexualität, sexuelle Störungen und therapeutischer Umgang damit

17 Gruppendynamik

  • Sozialpsychologische Gruppenphänomene und Entwicklungsphasen, Gruppendynamische Modelle und Rollen
  • Soziale Wahrnehmung, Selbst- und Fremdbild
  • Gruppentherapie (TZI, Psychodrama)

18 Repetition

  • Repetition aller theoretischen und praktischen Lerninhalte
  • Rückblick über erlangte Kompetenzen (Kenntnisse, Fähig- und Fertigkeiten, Haltung/Werte, Externe Ressourcen)

19 Abschied und Traue

  • Abschied und Trauer
  • Phasen der Trauerverarbeitung allgemein, speziell: Trauerverarbeitung bei Suizid
  • Therapie-Ende
  • Abschluss Grundlagenmodul, Rückblick über eigene Entwicklung und erlangte Kompetenzen während der Grundausbildung


Integrierte Seminare:

Individuelle Persönlichkeitsentwicklung durch Bewegungserfahrung

  • Selbstwahrnehmung und Selbsterfahrung durch Bewegung
  • Bewegung und Emotionen
  • Heilende Wirkung der Bewegungserfahrung
  • Theorie körperliche Wahrnehmung und Körpertherapie

Entwicklungspsychologie: Ressourcen und Hemmungen erkennen

  • Die Entwicklung der Persönlichkeit
  • Entwicklungspsychologie und Entwicklungsphasen
  • Bindungstheorie
  • Therapeutischer Umgang mit Hemmungen und Ressourcen

Die Kunst der Gesprächsführung I

  • Personenzentrierten Ansatz und Menschenbild von Rogers
  • Indizierte und Kontraindizierte Gesprächsinterventionen
  • Therapeutische Haltung und Gesprächsführung mittels Audio- und Videoaufnahmen reflektieren und verbessern

Gestalttherapie - Grundlagenseminar

  • Philosophischer und geschichtlicher Hintergrund der Gestalttherapie
  • Zentrale Elemente der Gestalttherapie
  • Gestalttechniken
  • Gestalttherapie und KZPT IKP: Überschneidung und Abgrenzung

Therapeutische Beziehungserfahrung – «Alpaka Seminar»

  • Wirkfaktoren in der Psychotherapie
  • Auseinandersetzung mit den therapeutischen Beziehungsvariablen
  • Mit Alpakas die therapeutische Beziehungsgestaltung erlebniszentriert erfahren und reflektieren
  • Therapie